WOLFGANG RIHM
Wolfgang Rihm wurde 1952 in Karlsruhe geboren. Von 1968 bis 1972 studierte
er Musiktheorie und Komposition bei Eugen Werner Velte an der Musikhochschule
Karlsruhe und erhielt Unterricht bei Wolfgang Fortner und Humphrey Searle. 1972
legte er gleichzeitig sein Abitur ab und beendete sein Hochschulstudium in
Komposition und Musiktheorie. Von 1972 bis 1973 studierte er Komposition bei
Karlheinz Stockhausen in Köln und von 1973 bis 1976 bei Klaus Huber in
Freiburg. Musikwissenschaftliche Studien bei Hans Heinz Eggebrecht in Freiburg
ergänzten seine Ausbildung.
Von 1973 bis 1978 war Wolfgang Rihm Lehrbeauftragter für Musiktheorie und
Tonsatz an der Musikhochschule in Karlsruhe. Seit 1978 ist er Dozent bei den
Darmstädter Ferienkursen. 1981 folgte eine Lehrtätigkeit an der Musikhochschule
in München. Seit 1985 hat er eine Professur im Fach Komposition an der
Musikhochschule in Karlsruhe inne. Er leitet dort auch das Institut für neue Musik.
Wolfgang Rihm ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der
Berliner Akademie der Künste, der Freien Akademie Mannheim und der Deutschen
Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt. Er war Fellow des
Wissenschaftskollegs zu Berlin (1984/85 und 1997/98) und "Composer in
residence" der Berliner Philharmoniker (1997/98), bei den Internationalen
Festwochen Luzern (1997), bei den Salzburger Festspielen und beim Festival
Musica in Straßburg (2000). Er ist Präsidiumsmitglied des Deutschen Komponistenverbands
und Kuratoriumsmitglied der Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestrundfunks.
1989 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 1998 ernannte ihn die Freie
Universität Berlin zum Ehrendoktor, 2001 wurde er vom französischen Ministerium
für Auswärtige Angelegenheiten zum "Officier dans l'Ordre des Arts et des
Lettres" ernannt.
Für sein kompositorisches Werk wurde Wolfgang Rihm mit zahlreichen Preisen
ausgezeichnet, u. a. mit dem Kranichsteiner Musikpreis Darmstadt, dem
Beethovenpreis der Stadt Bonn, dem Rolf-Liebermann-Preis (für die
"Hamletmaschine"), dem Bachpreis der Stadt Hamburg und dem Royal
Philharmonic Society Award (für "Jagden und Formen").
Im Jahr 2003 wurde ihm der Ernst-von-Siemens Musikpreis verliehen, eine der
höchsten Auszeichnungen des internationalen Musiklebens. Zu seinem 50.
Geburtstag im Jahr 2002 wurde Wolfgang Rihm in zahlreichen Konzerten und
Festivals europaweit gefeiert. Am 7. November 2003 erfolgt der Eintrag ins
Goldene Buch der Stadt Karlsruhe. Die Verdienstmedaille des Landes
Baden-Württemberg wurde Rihm am 8. Mai 2004 verliehen.
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