
REINER KUNZE
Reiner Kunze (* 1933): Seine
Biografie liest sich wie ein Stück deutsch-deutscher Geschichte: Er studierte
Philosophie und Journalistik in Leipzig, musste aber nach politischen Angriffen
1959 die Universität verlassen, ohne seine Promotion beenden zu können. Nach
Zerschlagung des Prager Frühlings gab Kunze sein Parteibuch zurück und es wurde
für ihn fast unmöglich, noch in der DDR zu publizieren. Nach der
Veröffentlichung von „Die wunderbaren Jahre“ 1976 in der Bundesrepublik kommt
es zum endgültigen Bruch mit dem SED-Regime, das mittels infamer
Zersetzungsmethoden erneut massiven Druck auf ihn ausübt. 1977 siedelte er in
die Bundesrepublik um. Reiner Kunze erhielt zahlreiche Literaturpreise, u. a.
den Georg-Büchner-Preis. 1990 schreibt er die Dokumentation "Deckname
Lyrik", die in Auszügen seine Akten des Ministeriums für Staatssicherheit
wiedergibt. 1992 trat er aus der wiedervereinigten Berliner Akademie der Künste
aus.
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